Jahreshauptversammlung 2004

Luft holen nach dem Flutjahr  
Freiwillige Feuerwehr freut sich auf neue Fahne - Jahresversammlung zieht Bilanz
(Bild und Artikel Herbert Mathe / Veröffentlicht im Holzwinkel vom 12. März 2004)


Johann Abele und Herbert Rinninger, seit Jahrzehnten aktive Mitglieder der Weldener Wehr, erfuhren bei der Dienstversammlung eine Ehrung. Von links Vorsitzender Karl Pröll, Herbert Rinninger (für 25 Jahre), von links der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Groß, Johann Abele (seit 40 Jahren), Kreisbrandrat Georg Anzenhofer und Kommandant Eduard Schuster. Bild: Herbert Mathe 
(zurAnzeige des Bildes in höherer Qualität bitte Bild anklicken!)

Fahnenweihe am 20. Juni

 Die Freiwillige Feuerwehr Welden bekommt eine neue Fahne.  Über diesen Vorstandsbeschluss informierte Vorsitzender Karl  Pröll die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung. Die jetzige,  1960 geweihte Vereinsfahne zeige bereits Auflösungserscheinungen, originale Materialien seien zudem schwer zu beschaffen. Eine Stickerei in Olching sei bereits mit einer Neuanfertigung beauftragt.  Die Fahnenweihe erfolgt am 20. Juni im Rahmen eines dreitägigen Festes, das die Feuerwehr zusammen mit der Musikvereinigung und der Soldatenkameradschaft ausrichtet. Die Festfolge beginnt am Freitag, 18. Juni, mit der Sonnwendfeier. Am  Samstag, 19. Juni, sind Mitgliederehrungen der drei beteiligten  Vereine vorgesehen. Zu Gast ist eine Musikkapelle von der Mosel. Geweiht wird die neue Fahne am Sonntag, 20. Juni, im  Rahmen eines Festgottesdienstes in der Pfarrkirche. Zu einem  Wunschkonzert lädt an diesem Tag die Musikvereinigung ein.  Am Samstag, 6. März, sind die Feuerwehrmitglieder und alle  anderen Interessenten ab 19 Uhr zum Schießen im Schützen heim eingeladen. Der Erlös kommt der "Kartei der Not" der  Augsburger Allgemeinen zugute.  Damit die Feuerwehrler und ihre Angehörigen ihre Fitness behalten oder sie antrainieren können, ist der Aufbau einer Fitness-Gruppe mit einem bunt gemischten Programm geplant.  Nähere Informationen gibt es bei der Wehr.

Ehrungen


 Johann Abele und Herbert Rinninger wurden bei der Dienstversammlung der Feuerwehr für ihren aktiven Dienst seit 40 oder 25 Jahren ausgezeichnet. Kreisbrandrat Georg Anzenhofer, der zugleich die Grüße und Glückwünsche des Landrates Dr. Karl Vogele und der Inspektion übermittelte, würdigte in seiner Laudatio deren Verdienste mit der Überreichung des Feuerwehr Ehrenkreuzes in Gold und in Silber. Johann Abele trat am 1. Januar 1964 der Feuerwehr bei. In den Jahren 1973 bis 1984 erwarb er bis zur Höchststufe Rot Gold alle Leistungsabzeichen. Die erste Prüfung in Technischer Hilfeleistung absolvierte er mit der Rettungsschere 1995, die Stufe 2 (THL 2) folgte 1998. Johann Abele habe nicht nur zielstrebig die Möglichkeiten der Aus und Fortbildung genützt, sondern auch bei vielen Einsätzen, etwa bei einem Reifenbrand in Zusamzell oder bei zahlreichen Verkehrsunfällen mit der Rettungsschere, verantwortungsbewusst seine Einsatzbereitschaft demonstriert, so der Kreisbrandrat. Darüber hinaus legte er bei verschiedenen Aktionen bereitwillig Hand mit an, beispielsweise beim Bau von Spielgeräten für den Kindergarten, bei vielen Holzaktionen und Selbstwerbungen im Staatswald. Der Dienstjubilar habe außerdem beim Bau  von Spinden im alten Feuerwehrgerätehaus mitgeholfen oder  beim Ausbau des Mehrzweckfahrzeuges, das von der Polizei  beschafft wurde. Auch bei der Beschaffung der Löschfahrzeuges TLF 16 und LF 16 sowie beim Neubau des Gerätehauses  und bei der Organisation von Feuerwehrjubiläen (100 und 125  Jahre) habe er sein Wissen und seine fachliche Erfahrung eingebracht. Trotz allem sei auch die Pflege der Kameradschaft nie zu kurz gekommen. Der Kreisbrandrat würzte seine Ansprache mit Episoden aus der gemeinsamen Feuerwehrjugendzeit mit Johann Abele. Namens der Marktgemeinde übergab zweiter Bürgermeister Gerhard Groß ein Erinnerungsgeschenk. Herbert Rinninger ist seit 1978 eifriges Mitglied der aktiven Wehr. Er hat bisher die Stufe III/1 der Leistungsprüfungen  abgelegt. 

Jahreshaupt- und Dienstversammlung


 Nach dem Katastrophenjahr 2002 mit fünf Hochwassereinsätzen war das vergangene Dienstjahr der Freiwilligen Feuerwehr Welden vergleichsweise "fast ein ganz normales Jahr". Mit dieser Einschätzung waren sich Vorsitzender Karl Pröll und Kommandant Eduard Schuster bei der Jahreshaupt- und Dienstversammlung im Gasthof "Hirsch" einig. Trotzdem konnten sie die Zuhörer über vielerlei Aktivitäten im Vereinsleben und in der  Wehr informieren. Bei seinem Jahresrückblick rühmte Vorsitzender Karl Pröll nach einer Gedenkminute für acht verstorbene Mitglieder den seit  nunmehr 129 Jahren in der Vereinsgeschichte der Ortswehr praktizierten Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist: "Aus dieser 129jährigen Tradition heraus sehen wir die Verpflichtung  genauso wie am ersten Tag, jederzeit und jedem Betroffenen zu helfen". Der persönliche Beitrag aller Aktiven reiche jedoch für die Erfüllung der Anforderungen nicht aus, erst enorme Beschaffungen von Fahrzeugen, Gerätschaften, Schulungsmaterial und Schutzkleidung seitens der Marktgemeinde garantierten die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft einer zeitgemäßen Wehr, brachte er den Dank an die Kommune zum Ausdruck. Ais Aktivitäten im Vereinsleben und Jahreskreis nannte Pröll die Feuerwehrwallfahrt nach Violau ("Jedes Jahr ein beeindruckendes Erlebnis"), die Teilnahme an zwei auswärtigen Feuerwehrfesten und am Weldener Kolpingjubiläum (75 Jahre), das Jahr für Jahr sehr stark frequentierte Sonnwendfeuer. Großen Spaß habe es im Freizeitpark Tripsdrill gegeben und im Wochenend-Zeltlager der Jugendfeuerwehr. Der Nikolausbesuch beendete die gesellschaftlichen Termine.

 Kassenwart Peter Ernd legte einen ausgeglichenen Haushalt vor. Die Vereinskasse habe zur Beschaffung notwendiger Gerätschaften mit 5000 Euro beigetragen. Die Mitgliederzahl gab er mit 399 (9 weniger ais im Jahr zuvor) an. Die von den Revisoren Gerhard Groß und Christoph Rohrer vorgeschlagene Entlastung der gesamten Vorstandschaft erfolgte ohne Gegenstimme. 

 Erster Kommandant Eduard Schuster vermittelte einen ausführlichen Einblick in den Aktivenbereich. Demnach setzt sich die Wehr (Gesamtstärke 82) derzeit aus vier Gruppen und zwei Jugendgruppen (21 Jugendliche) zusammen. Durchgeführt würden ein Erste-Hilfe-Kurs und 22 Übungsabende der verschiedensten Art, angefangen von Atmschutzübungen über den Einsatz eines Hebekissens bis zur Personenrettung. Am 25. Juli wurde von der Feuerwehrinspektion Nord in der Nähe der alten Ganghoferhütte bei Welden eine große Waldbrandübung mit acht Feuerwehren inszeniert. Erfolgreich absolvierten 25 Jugendliche aus fünf Holzwinkelorten (sieben aus Welden) in einem 72stündigen Lehrgang in Welden die Truppmannausbildung. Mehr als 50 Kinder beteiligten sich am Ferienangebot der Feuerwehr. Sechsundzwanzigmal musste die Wehr im Vorjahr zu Einsätzen ausrücken, berichtete Kommandant Schuster weiter, so zu sechs Bränden, acht Verkehrssicherungen, zwölf technischen Hilfeleistungen. Insgesamt waren dabei 300 Dienstleistende in 429 Stunden im Einsatz. Von der Marktgemeinde wurden 2 Handsprechfunkgeräte und 28 Feuerwehrüberjacken im Gesamtwert von 10500 Euro beschafft. Der Kauf sei nur möglich geworden, weil der Feuerwehrverein dank des guten Ertrags bei der 600-Jahr-Feier (2002) rund 5000 Euro beisteuern konnte. 

 Den Rechenschaftsbericht der beiden Jugendgruppen erstattete Jugendwart Manfred Hausmann (auch für Silvia Kugelmann). Neben den wöchentlichen Schulungsabenden blieb auch Zeit für allerlei Freizeitaktivitäten. Die Gruppe 5 (Hausmann) mit neun Mitgliedern (zwei weiblich) bereitet sich nach der Truppmannausbildung auf die Leistungsprüfungen vor, die Gruppe 6 (Kugelmann) mit zwölf Jugendlichen (4 Mädchen) arbeiten auf die Leistungsspange hin. Vorsitzender Karl Pröll fügte hinzu, dass neuerdings eine Jugendordnung mit einer eigenen Vorstandschaft (Vorsitzender Markus Kapfer) eingeführt wurde. In den Bereichen Ausbildung und Fortbildung sei bei der Weldener Wehr 2003 viel geleistet worden, vermerkte Kreisbrandrat Georg Anzenhofer und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Positiv aufgenommen wurde seine Mitteilung, dass die Jugendfeuerwehren nunmehr auch durch den Landkreis gefördert werden. 

 Auch zweiter Bürgermeister Gerhard Groß bekundete Respekt vor den Leistungen der Mannschaften und dem Verein. Das vertrauensvolle Miteinander solle auch in Zukunft aufrecht erhalten bleiben.