Stressbewältigung im Einsatz - Unterricht vom Notfallseelsorger  des Landkreises Frank Schneider (kath. Pfarrer aus Nordendorf)

Am Montag, 12. März 2001 wurde von Pfarrer Frank Schneider ein Unterricht unter dem Titel "Stressbewältigung im Einsatz" im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Welden abgehalten.

Das große Interesse an diesem Thema wurde durch die zahlreichen Teilnehmer aus dem Kreis der Weldener Feuerwehrleute unterstrichen. Pfarrer Schneider hielt laut eigenen Aussagen erstmals einen Vortrag zu diesem Titel. Folgende Inhalte wurden während der Ausführungen von Pfarrer Schneider angesprochen:

Basisannahmen, deren schwere Erschütterung zu einer akuten Belastung führen können:

Akute Stressreaktionen können sich darstellen durch

körperlich geistig gefühlsmäßig
Zittern Verwirrung Angst / Unsicherheit
Schwitzen Panik Schuldgefühle
Übelkeit Flucht Atypische Gefühlsausbrüche
Durst Rückzugsverhalten Hilflosigkeit
Herzrasen Konzentrationsschwäche Hoffnungslosigkeit
Atemnot Denkschwierigkeiten Wut / Zorn
Unübliche Blässe oder Röte Tunnelblick  
Erschöpfungszustände "Blackout" /
Erinnerungsschwierigkeiten
 
Harn-/Stuhldrang Entscheidungsschwäche  
  Lähmung / Apathie  
  Überaktivität  

In den meisten Fällen bewähren sich folgende Maßnahmen und sind ausreichend:

Erste Hilfsmaßnahmen Weitere Hilfsmaßnahmen
Gefühle akzeptieren Taktisch zusammenarbeitende Bereiche nur komplett austauschen
Körperlichen Kontakt zu Belasteten nicht scheuen Bei der Gruppe bleiben
Kurzes Besprechen des Erlebten durch Reden und Zuhören Trinken, Essen, Schlafen
Rechtzeitige Pausen machen Entspannungstechniken einsetzen

 

Allgemeine Grundsätze Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einsatzbewältigung
  • Bereitschaft aufbauen, Angst einzugestehen
  • Leistungsgrenzen erkennen
  • sich informieren
  • Informationen gezielt weitergeben
  • Sicherheit vermitteln - Ruhe ausstrahlen
  • Nur positiv formulierte Anweisungen erteilen
  • Sätze nicht länger als sechs Sekunden
  • Wichtiges an den Satzanfang
  • Emotional negative Begriffe vermeiden
  • körperliche Fitness
  • Fachliches Können
  • drillmäßige Verhaltensweisen
  • Positive Lebenseinstellung
  • Vertrauen in sich und andere
  • Glaube / ethische Überzeugungen

 

 

Für den lehrreichen und praxisnahen Vortrag bedankten sich Kommandant Günter Kapfer (links) und Karl Pröll (rechts) bei Notfallseelsorger Frank Schneider (Bildmitte)